Am Samstag hieß es nach dem Frühstück „Tschüss Marienbad“. Wir werden ganz sicher wiederkommen und alles noch mehr genießen. Nun hieß es ab ins Auto und weiter geht die Fahrt mit einem Zwischenstopp in Plzen, auf deutsch Pilsen. Von unterwegs haben wir für 12:45 Uhr eine Führung in der Pilsner Brauerei gebucht. Die Führung dauert 110 Minuten und wir konnten sie auf Deutsch buchen.
Pünktlich um Dreiviertel eins wurde unsere 40 Mann Reisegruppe begrüßt. Man hat sich wie auf Klassenfahrt geführt, denn die Reiseleiterin war wie eine Lehrerin. „Bitte bleibt alle zusammen“ „achtet auf die Pfützen“ „runter von der Straße, der Bus kommt gleich“ – das waren Sätze die wir gehört haben.
Wir haben geschichtliche Dinge erfahren: 1842 wurde hier das erste Pils gebraut. Braumeister war ein Deutscher namens Josef Groll. 1843 wurde das Pils mit der Kutsche nach Prag geliefert. 1873 kam die erste Lieferung in den Vereinigten Staaten an. Zum 50 jährigen Jubiläum wurde das Jubiläumstor gebaut, welche heute das Wahrzeichen von Plzen ist.

In mehr als 50 Länder liefert die Brauerei. Pilsener Urquell ist die Hauptmarke, aber es gehören auch andere Marken zur Brauerei.

Mit dem Bus ging es für uns zur Abfüllanlage. Hier wird das Bier in Flaschen und Dosen abgefüllt. Die Flaschen werden vorher gründlich gereinigt und werden akribisch untersucht, damit z.B. keine Etikettenreste drauf sind.


Anschließend wurden uns die Zutaten vorgestellt. Hopfen, weiches tschechisches Wasser, tschechische Gerste und Hefe.

Den Brauprozess haben wir auch erklärt bekommen. Der gesamte Herstellungs- und Reifeprozess dauert 35 Tage. Ein Auszug von Pilsener Urquell erklärt einen Teil: „Zu Beginn vermengen wir unser Malz – gewonnen aus der süßlichen, zweireihigen Gerste aus Mähren – mit weichem Wasser aus Plzeň in unseren Kupfertanks. Diese Mischung nennt sich Bierwürze. Im Laufe des Brauprozesses nehmen wir einen Teil der Bierwürze aus dem Tank und kochen diesen über einer offenen Flamme dreifach ab. Das ist unser traditionelles Dreimaischverfahren. Durch dieses erhält unser Bier mehr Geschmack und seine typisch goldene Farbe.“ (pilsnerurquell.com)
Hopfen wird dann auch 3 Mal hinzugefügt. 5 Hopfendolden stecken in jedem Glas. nun wird das ganze auf 5 Grad runter gekühlt und es kommt die Hefekultur hinzu. (Fementierung) Der Brauprozess dauert 1 Tag, die Fementierung 10 Tage. Jetzt muss alles reifen, das dauert 24 Tage. Dann kann das Pils abgefüllt werden.


Tägliche werden 3 Mio 0,5 l Flaschen abgefüllt. Wir durften den Höhepunkt der Tour im Keller bei 5 Grad erleben. Frisch vom Fass gezapftes Pils. Da man in Tschechien erst ab 18 Alkohol trinken darf, durfte Sara nicht kosten.



Hier noch ein Foto vor dem Riesenfass. Hier gärt das Pils.

Es war eine tolle Führung und die 110 Minuten hat man nicht gemerkt.
Hier nach ein paar Fotos, die vom Parkplatz zur Brauerei entstanden sind. Die Stadt haben wir leider nicht weiter erkundet, da wir noch 2 1/2 Stunden Autofahrt vor uns hatten.



An der Turnhalle vom Pilsener Turnverein sind wir durch Zufall vorbeigekommen. Schaut euch das mal an.


Zum Schluss noch ein Rätsel. Wessen Unterschrift ist das im Gästebuch der Brauerei?

Franticek Joseph – könnte Kaiser Franz Joseph sein.
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Hallo ihr Urlauber,
in Pilsen waren wir auch schon einmal. Uns hat es sehr gut gefallen.
Liebe Grüße
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